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EIN PRESSWIRE

Deutsche Presse und Menschenrechtler interessieren sich für den „Fall Aliev“

/EIN News/ Besuch der Vorsitzender der kasachischen Menschenrechtsstiftung „Tagdyr“, Armangul Kapashewa, in der deutschen Hauptstadt, der Mitte Juni stattfand, erzeugt bereits seine Wirkung. Die Ehefrau eines entführten kasachischen Bankiers, die zum wiederholten Mal Europa besuchte, um sich von Menschenrechtler beraten zu lassen und zu versuchen, die Aufmerksamkeit europaischer Öffentlichkeit zu den „Fall Aliev“ zu lenken, hat ihr Ziel nicht verfehlt.

Bereits in der letzten Woche bekam Kapashewa mehr als Dutzend Briefe von Journalisten und ungefahr genauso viel Schreiben von den Menschenrechtler, die sie darum gebeten haben, ihnen die Dokumente und Einzelheiten zur Verfügung zu stellen, die verbrecherische Aktivitaten von Rakhat Aliev, der zur Zeit sich in Österreich befindet, belegen. Es ist allgemein bekannt, dass dieser Skandal seinen Anfang nahm, als Wien sich geweigert hat, Ex-Botschafter Kasachstans in Österreich, Rakhat Aliev, an sein Heimatland auszuliefern. Der ehemalige Schwiegersohn des kasachischen Prasidenten, Ex-General des kasachischen Geheimdienstes und hochrangiger Diplomat war in Kasachstan zu den 40 Jahre Haft verurteilt worden, unter anderem für mehrere Entführungen und Beteiligung an einem Staatstreichsversuch. Nicht desto trotz, hat Österreich ihm politisches Asyl gewahrt und hat es nicht vor, ihn auszuliefern. Armangul Kapashewa ist eine der Opfer von Rakhat Aliev. Sie ist Ehefrau von Zholdas Timraliev, Top-Manager der größten kasachischen Bank, der nach einem Treffen mit Rakhat Aliev spurlos verschwand.

Wahrend ihrer Deutschlandsreise erzahlte Kapashewa den hiesigen Journalisten, Menschenrechtler und Politiker, dass sie sich in Besitz der Informationen befindet, die nicht nur das Verschwinden ihres Ehemannes betreffen, sondern auch andere Entführungsfalle mehrerer kasachischen Bankiers, Politiker und Oppositionellen betrachten. Bis jetzt die von ihr versammelten Beweise haben europaische Öffentlichkeit und österreichische Justiz nicht besonders interessiert, aber nun wendet sich anscheinend der Blatt.

Die Mitstreiter von Kapashewa, Verwandte der anderen Opfer von Aliev, schickten allen Journalisten und Menschenrechtler, die sich dafür interessierten, die volle Version des Gerichtsurteils von Almaty, andere Kopien verschiedener offiziellen Unterlagen und Zeugenaussagen, die in Englisch und Deutsch übersetzt worden. Zusatzliche Informationen können die Interessenten sich vom Internet-Site der „Tagdyr“-Stiftung (zu deutsch - „Schicksal“) holen.

Armangul Kapashewa sagte, sie war erst skeptisch darüber, dass Europa sich dafür interessieren könnte, was in einem fernen asiatischen Land abspielt. Die Vorsitzende des kasachischen NGO war der Meinung, es sei der Öffentlichkeit sowieso egal und europaische Politiker verfolgten ohnehin nur ihre eigenen Interessen. „Ganz Europa ist zum stummen Zeugen der Ungerechtigkeit geworden. Wo sind all diese ehrlichen und mutigen Europaer, die so hartnackig die Rechte der Guantanamo-Haftlinge verteidigen oder die von Tibeter? Warum wollen sie nichts davon wissen, was direkt unter ihrer Nasen passiert, im Zentrum Europas?“ - fragte sie vor dem Anfang ihres Berliner-Besuchs. Jetzt hat sie ihre Meinung geandert. Es hat sich ergeben, dass das Schicksal der entführten Menschen, die Pech hatten, dem von Österreich „im Obhut genommenen“ Rakhat Aliev auf dem Weg zu sein, nicht allen Europaer gleichgültig ist. Mit Hilfe von Obmann der „Linken“-Fraktion im Bundestag, Michael Leutert (MdB) ist es ihr gelungen, eine Petition in Bundestagsausschuss für Menschenrechte einzureichen. Außerdem, hatte Armangul Kapashewa einen ausführlichen Gesprach mit dem Generalsekretar des Europaischen Zentrums für Verfassungs- und Menschenrechte (ECCHR), Wolfgang Kallek.

Im Laufe ihres Berliner-Besuchs, betonte Frau Kapashewa standig, dass sie sich keineswegs eine Ausführung Alievs an Kasachstan wünscht, wo, nach der Meinung der Europaer, gibt es keinen unabhangigen Gericht. „Nur ein öffentliches Gerichtsprozess in Europa kann uns eine Chance geben, etwas über die Schicksale unserer Verwandten zu erfahren, deren Verschwinden Aliev sich schuldig gemacht hat. Kann man ihn nicht an Kasachstan ausliefern - dann muss es durchaus möglich sein, eine unabhangige Untersuchung hier in Europa im Gang zu bringen“ - meint Kapashewa. Nach Ihrer Angaben, wünscht sie sich nichts anderes, als nur ihren Ehemann zu finden und nach Hause zu bringen - oder wenigstens die Möglichkeit zu haben, ihn gemaß kasachischer Tradition beizusetzen, wenn er nicht mehr am Leben ist.

„Unsere Suche geht weiter, - sagte sie bei der anschließenden Pressekonferenz in Berlin - und ich hoffe, dass unsere Bemühungen auch die Österreicher auf unsere Seite bringen - so wie es in Deutschland geschah“.
 
 

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